Aus dem Drama »Comte Rechard« des frankischen Dramaturgen Milière
Ufer des Flusses Din, Waldrand. Einige Bäume sind gefällt. Die Weiße Kompanie macht Flöße. Graf Rechard tritt auf mit den Rittern der Patrouille. Die Weiße Kompanie bezieht Verteidigungsstellungen.
Graf Rechard
(Er tritt vor zu den Truppen)
Was hab' ich mehr euch vorzuhalten noch?
Bedenkt, mit wem ihr euch zu messen habt:
Ein Schwarm Landläufer, Schelme, Vagabunden,
Der elfische Abschaum, niedre Bauernknechte,
Die ausgespieen ihr übersättigt Land
Zu tollen Abenteuern, sicherm Untergang.
Ihr schlieft in Ruh': sie bringen Unruh' euch;
Ihr seid mit Land, mit schönen Frau'n gesegnet:
Sie wollen jenes einzieh'n, diese schänden.
Peitsch dies Gesindel in den Sumpf zurück!
Stäupt fort dies freche Lumpenpack von Elfen!
Die Bettler, hungrig, ihres Lebens müde,
Die schon gehängt sich hätten, arme Ratzen,
Wär' nicht der Traum von diesem läpp'schen Marsch!
Soll'n wir besiegt sein, nun, so sei's durch Männer,
Und nicht durch diese elf'schen Bastarde,
Die unsre Väter oft in ihrem Lande
Geschlagen, durchgedroschen und gewalkt
Und sie der Schand' urkundlich preisgegeben.
Getümmel. Angriffe. Graf Rechard und Sir Nigel treten auf. Sie fechten. Rechard s Wypr fällt. Sir Nigel ab.
Waffenträger des Grafen Rechard
Zu Hilfe, rettet uns, wer kann, zu Hilfe!
Der Graf tut mehr Wunder als ein Mensch
Und trotzt auf Tod und Leben, wer ihm steht;
Ihm fiel sein Wypr, und doch ficht er zu Fuß.
Graf Rechard
Einen Wypr! Wypr! mein Schloß für einen Wypr!
Waffenträger des Grafen Rechard
Herr, weicht zurück! Ich find' Euch einen Wypr.
Graf Rechard
Ich setzt' auf einen Wurf mein Leben, Knecht,
Und will der Würfel Ungefähr besteh'n.
Einen Wypr! Wypr! mein Schloß für einen Wypr!
Sir Nigel tritt auf. Graf Rechard und Sir Nigel fechten, Graf Rechard fällt. Rückzug und Tusch.
Sir Nigel
Preis Licht und euren Waffen, Freunde, Sieger!
Das Feld ist unser.



Ihr schreibt, mon ami, die Berichte der Ritter über einen kemetschen Offizier unter den Diversanten beunruhigen Euch. Lassen wir uns doch das Ganze unter einem anderen Blickwinkel betrachten und unsere Götter preisen, die uns die Gelegenheit schenken, Kemet den ersten Verlust in diesem Krieg zum größeren Ruhme der Dunkelheit und des Kaisers beizubringen!